Mykonos mit Insiderblick: Interview mit Panayiotis Dactilidis

Wir sprachen mit Panayiotis Dactilidis, dem Eigentümer des Mykonos Grand – einem unserer absoluten Lieblingshotels auf Mykonos – über die Entwicklung der Insel, sein Hotel, seine ursprüngliche Vision und darüber, was wahre mykonische Gastfreundschaft heute ausmacht. Im folgenden Interview gewährt er persönliche Einblicke in die Geschichte des Hauses, prägende Momente und seine ganz eigenen Empfehlungen für die Insel.

Herr Dactilidis, was war Ihre ursprüngliche Vision bei der Gründung des Mykonos Grand – und was war Ihnen von Anfang an besonders wichtig?

Zunächst möchte ich betonen, dass das Grundstück für den Bau unseres Resorts von unserem Vater entdeckt wurde – einem außergewöhnlichen Unternehmer und echten Mykonier. Er ist der Bruder des Gründers der Myconian Collection. Das ist uns besonders wichtig, weil es zeigt, dass die meisten Hotels auf Mykonos in lokaler Hand sind und von Familien geführt werden, denen unsere Insel sehr am Herzen liegt.

Als Familie mit drei Brüdern und einer Schwester wollten wir ein Hotel schaffen, das die Architektur von Mykonos und die authentische griechische Gastfreundschaft widerspiegelt. Es war uns von Anfang an wichtig, beide Elemente zu bewahren. Unser Hotel liegt in Agios Yiannis, direkt gegenüber der heiligen Insel Delos – ein Ort mit besonderer Energie und Geschichte.

Mykonos hat sich über die Jahre stark verändert. Wie haben Sie diesen Wandel erlebt – und wie bewahrt das Mykonos Grand dabei seine Identität?

Mykonos entwickelt sich stetig weiter und passt sich den Bedürfnissen seiner anspruchsvollen Gäste an, ohne seinen Charakter und Charme zu verlieren. Können wir heute noch ohne WLAN leben? Oder ohne Klimaanlage? Gleichzeitig verbessert die Insel ihre Infrastruktur – der Flughafen wurde renoviert, der Hafen modernisiert, Straßen erweitert, Wasseraufbereitungssysteme geschaffen und nachhaltige Maßnahmen umgesetzt.

Das Reiseziel ist letztlich wichtiger als die Unterkunft. Deshalb freuen wir uns über diese positiven Entwicklungen, die Mykonos als erfolgreiche griechische Destination weiter stärken.

Innerhalb unseres Resorts hören wir sehr genau auf die Wünsche unserer Gäste. Tatsächlich kamen einige der besten Ideen von ihnen: ein neues Restaurant nahe unserem Strand, ein Adults-Only-Pool, ein Weinkeller mit Fokus auf griechische Weine oder auch unser Open-Air-Amphitheater.

Was motiviert Sie persönlich bis heute – und gab es einen Moment in der Geschichte des Mykonos Grand, der Sie besonders stolz gemacht hat?

Mich motiviert vor allem unser Team. Einige Mitarbeiter sind seit vielen Jahren bei uns: Andreas, unser Mixologe, seit 22 Jahren, George, einer unserer Kellner, seit 24 Jahren. Wir sind unglaublich stolz auf sie. Sie verkörpern unsere Integrität, unsere Werte und unsere Haltung gegenüber Gästen.

Ein Moment, den ich nie vergessen werde, war vor vier Jahren: Unser damals achtjähriger Sohn Argiris begann beim Frühstück mitzuhelfen. Es wirkte völlig natürlich, wie er unseren Gästen Kaffee servierte. Das war für mich ein sehr emotionaler Moment – ein Zeichen gelebter Familientradition.

Welche Gäste sprechen Sie heute hauptsächlich an – und was suchen sie, wenn sie sich für Mykonos entscheiden?

Ich denke, das Mykonos Grand passt besonders gut zu Gästen, die Weltklasse-Hospitality in einem authentisch-mykonischen Ambiente suchen. Die meisten wählen Mykonos wegen ihres einzigartigen Charakters, der kulturellen Bedeutung von Delos und des hohen Serviceniveaus.

Dabei spreche ich nicht nur vom Service in unserem Hotel, sondern vom gesamten Erlebnis auf der Insel – von exzellenter Gastronomie über Shopping bis hin zu Sportaktivitäten und Kunstausstellungen.

Wenn Sie einen seltenen freien Tag auf Mykonos hätten – ganz ohne Verpflichtungen – wie würden Sie ihn verbringen?

Ich würde den Tag mit meiner Familie verbringen. Wir sind mit vier Kindern gesegnet und würden den ganzen Tag am Strand verbringen. Besonders lieben meine Kinder den Strand von Agios Stefanos, nur fünf Minuten von unserem Schwesterhotel Mykonos Riviera entfernt. Dort spielen sie begeistert in den Wellen, die von den einlaufenden Fähren im Hafen erzeugt werden.

Abseits des Mykonos Grand: Welche drei Restaurants auf Mykonos gehören zu Ihren persönlichen Favoriten – und warum?

Wenn Gäste uns nach Restaurantempfehlungen fragen, nennen wir bewusst selten unsere eigenen Restaurants. Wir möchten, dass sie die kulinarische Vielfalt der Insel entdecken – denn genau das macht Mykonos so besonders und sorgt dafür, dass Besucher immer wieder zurückkehren.

Eigentlich müsste man nach 50 Restaurants fragen, denn die Auswahl ist enorm. Wenn ich jedoch drei nennen muss:

Nikolas Taverna am Strand von Agia Anna – ein wunderbarer Familienbetrieb. Das Gemüse stammt aus dem eigenen Garten, der Fisch wird jeden Morgen von Nikolas und seinem Vater selbst gefangen.

Maereio – ein kleines Restaurant mit typisch mykonischer Küche, geführt von Zwillingsbrüdern. Es werden keine Reservierungen angenommen, was den authentischen Charakter noch unterstreicht.

Kalita – ein griechisches Restaurant im Herzen der Stadt, gelegen in einem wunderschönen Garten. Eine sehr stimmungsvolle Adresse.

Alle drei stehen für authentische, mykonische Kulinarik und bereichern das lokale Erlebnis unserer Besucher auf besondere Weise.

Stand: Feb 2026